Bericht über die 1. Simulation der Deutsch-Chinesischen Regierungskonsultationen

Autor: shenyanggoethe Datum: Fr, 06/24/2016 - 16:49 Tags: Events

Es war wirklich ein unvergessliches Erlebnis, an der 1. Simulation der Deutsch-Chinesischen Regierungskonsultationen teilzunehmen. Deutsche und chinesische Studierende kamen nach Peking, um im Rahmen einer viertägigen Konferenz als Regierungsmitglieder, Lobbyisten oder Journalisten einen Aktionsrahmen für die deutsch-chinesische Kooperation zu verhandeln. Mit Unterstützung des Goethe-Sprachlernzentrum an der Nordost-Universität reisten auch 3 Studentinnen der Fremdsprachenfakultät der NEU in die Hauptstadt.

Zhang Xiling (6. Semester NEU) spielte die Rolle der Delegierten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie(BMWi).

„Ich fand es wirklich interessant, dass die chinesischen Studierenden die deutsche Seite vertreten mussten, während die deutschen Studierenden für die chinesische Seite standen. Das heißt, ich musste mich vorher über die Wirtschaft, Kultur, Bildung sowie Umwelt der anderen Seite möglichst viel informieren. In den vier Tagen habe ich dann mit zwei weiteren Wirtschaftsbundesministerinnen mit der chinesischen Seite intensiv über die wirtschaftliche Zusammenarbeit beraten. Besonders intensiver Austausch beider Seiten fand zu den Themen Verknüpfung der Industrie 4.0/Made in China 2025 und der neue Seidenstraßeninitiative statt. Dabei hatten wir natürlich unterschiedliche Meinungen, trotzdem bemühten wir uns, uns durch Austausch und Kompromisse zu einigen, Handelshemmnisse abzubauen und mehr Erleichterungen sowie Vergünstigungen anzubieten.

Ehrlich gesagt, am Anfang der Sitzung war ich sehr schüchtern und konnte meine Meinungen nicht äußern. Aber meine Kollegen waren sehr nett und gaben mir Vorschläge, danach habe ich meine Scheu überwunden und war aktiv bei der Konsultation dabei. Das war mein größter Fortschritt und danach haben wir noch zusammen den Entwurf für den Aktionsrahmen der Wirtschaft geschafft.

Durch die Simulation habe ich entdeckt, dass es nicht nur unser Ziel ist, die deutsche Sprache zu lernen, sondern auch unsere Deutsch-Kenntnisse in die Praxis umzusetzen. Überdies konnte ich das Verständnis von Deutschen sowie Deutschland stärken, indem ich direkt mit Deutschen Ideen austauschte. Ohne diese Simulation hätte ich nicht so große Fortschritte gemacht. Ich bedanke mich bei den Lektoren der Robert-Bosch-Stiftung sowie dem Goethe Institut für ihre Unterstützung.“

Lu Hao (8. Semester an der Nordost-Universität) übernahm die Rolle einer Lobbyistin im Bereich Kultur und Bildung, die eine große deutsche Stiftung repräsentierte.

„Da ich schon vor meiner Fahrt nach Peking ein Positionspapier geschrieben hatte, hatte ich als Lobbyistin im Bereich Kultur und Bildung eigentlich nicht mehr so viel zu tun und konnte mich während der Sitzungen auf das Zuhören konzentrieren. Meine Aufgabe bestand darin, der Regierungschefin die richtigen Vorschläge zu geben, um die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern voranzutreiben. Ein Beispiel dafür war das Thema Stipendium. Wir diskutieren darüber, wie man das Stipendium bekommen könnte. Zum Schluss haben wir uns auf die Idee geeinigt, dass Studierende durch das Stipendium einer Firma bei ihrem Studium unterstützt werden und nach dem Abschluss bei dieser Firma auch einen Arbeitsplatz bekommen.

Das war das erste Mal, dass ich die Gelegenheit hatte, an solch einer Aktivität teilzunehmen. Ich habe viel gelernt, z. B. wie eine Konsultation funktioniert und wie man andere Leute überzeugen kann. Überdies konnte ich nicht nur viele nette Leute kennenlernen, sondern auch wahrnehmen, wie sich die Freundschaft zwischen Deutschland und China immer tiefer entwickelt.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass die Simulation der Deutsch- Chinesischen Regierungskonsultationen eine gute Chance ist, viel zu lernen und viel zu tun. “